Gedenkstätten brauchen unsere Hilfe

Majdanek, Sobibór, Bełżec, Treblinka, Namen ehemaliger deutscher Konzentrations- und Vernichtungslager in Polen. Diese Orte sind riesige Friedhöfe für Millionen von Opfern, in besonderem Maße für das europäische Judentum. Viele dieser Stätten sind bei uns heute in Vergessenheit geraten. Sie als Gedenkstätten zu erhalten, ist nicht nur eine Frage des Respekts gegenüber den Opfern, sondern auch eine Verpflichtung gegenüber den nachfolgenden Generationen.

Sobibór

Sobibór

Ostpolen

Majdanek

Majdanek

Ostpolen

Bełżec

Bełżec

Südostpolen

Treblinka

Treblinka

Ostpolen

Trägerkreis Schoah-Gedenkstätten beim Kirchenkreis Bielefeld

Dazu wollen wir einen Beitrag leisten. Unsere Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Schoah-Gedenkstätten in Polen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Seit 1999 fördern wir einzelne, überschaubare Projekte mit Hilfe von Spendengeldern. Wir freuen uns über jede Zuwendung und garantieren die zweckgemäße Verwendung der Gelder. Wir laden Sie herzlich ein, uns zu unterstützen.

Dazu finden Sie auf dieser Internetseite Informationen über:

  • Ziele und Entstehung unserer Initiative
  • die Mitglieder des Trägerkreises
  • unsere Bankverbindung für Ihre Spende und über Spendenbescheinigungen
  • bereits geförderte Projekte
  • die Gedenkstätten und historische Hintergründe

Majdanek

Die Gedenkstätte Majdanek, am Rande der Stadt Lublin im heutigen Ostpolen gelegen, ist die älteste der staatlichen NS-Gedenkstätten in Polen. Sie wurde nur wenige Monate nach der Befreiung des KZ durch die Rote Armee im November 1944 auf einem Teil des ehemaligen Lagergeländes errichtet.

Das NS-Lager wurde ab Herbst 1941 auf Befehl Heinrich Himmlers errichtet. Es bestand bis zum 23. Juni 1944, dem Tag, an dem die Rote Armee die Stadt Lublin einnahm. Zunächst war es Kriegsgefangenenlager der Waffen-SS. Im Februar 1943 benannten die Nazis es in „KL-Lublin“ um. Es diente als Kriegsgefangenen-, Konzentrations- und als Vernichtungslager. Der "Generalplan" vom März 1942 sah einen Ausbau des Lagers auf eine Kapazität von 250.000 Häftlingen vor und hätte es zum größten Lager überhaupt gemacht.

Wegen des Kriegsverlaufs wurde der Plan jedoch nur zum Teil umgesetzt. Dafür wurde Majdanek in die systematische Ermordung der europäischen Juden einbezogen. Dazu gehörte u. a. die "Aktion Erntefest", bei der zum Abschluss der Aktion Reinhardt am 3. November 18.000 jüdische Menschen auf das Gelände des Lagers getrieben und dort erschossen wurden. In Majdanek waren neben politischen Häftlingen und jüdischen Menschen auch polnische Bauern, denen ein Rückstand bei Lebensmittelablieferungen vorgeworfen wurde, interniert. Das Lager war während seiner gesamten Existenz bekannt für seine katastrophalen Haftbedingungen. Da der SS vor dem Herannahen der Roten Armee nicht genug Zeit blieb, das Lager zu zerstören, ist eine Reihe von Originalrelikten auf dem Gelände erhalten geblieben.

Die Gedenkstätte Majdanek arbeitet seit 2008 verstärkt daran, Wege und Gebäude auf dem Gelände zu sanieren, andere Relikte wie die Baracke mit der "Frauendusche" erstmals der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und wichtige Orte des ehemaligen Lagergeländes durch Informationstafeln zu kennzeichnen. Eine neue Ausstellung zur Geschichte des KZ soll in der ehemaligen Schuhmacherwerkstatt gezeigt werden.

Offizielle Seite: www.majdanek.eu

Sobibór

Die Gedenkstätte Sobibór liegt in der Nähe der kleinen Stadt Włodawa am Fluss Bug. Der Bug war 1942 die Grenze zwischen dem "Generalgouvernement Polen" und dem "Reichskommissariat Ukraine". Sobibor gehörte zum damaligen Distrikt Lublin im Generalgouvernement Polen.

Sobibor war das zweite Vernichtungslager der Aktion Reinhardt. Im April 1942 war der Lageraufbau fertig, ab Mitte Mai begannen dort Massenvergasungen, die mit Unterbrechungen bis zum Herbst 1943 stattfanden. Am 14. Oktober 1943 kam es in Sobibor zu einem Häftlingsaufstand, bei dem 300 Häftlingen die Flucht gelang, von denen allerdings nur ein Teil das Ende die Krieges und die Hetzjagden im frühen Nachkriegspolen überlebten.

Der Aufstand ist Gegenstand des Spielfilms "Escape from Sobibor" (USA 1987). Der Aufstand führte dazu, dass Himmler befahl, die Aktion Reinhardt radikal zu Ende zu führen. Die Massenerschießungen der "Aktion Erntefest"1 waren das Ergebnis dieses Befehls. In den 1960er Jahren sind ein Mahnmal zur Erinnerung an die Gaskammer und eine symbolische Urne errichtet worden, allerdings wurde das ehemalige Lagergelände nicht gesichert. Überlebende von Sobibor haben dafür gesorgt, dass zum 50. Jahrestag des Aufstandes in einem zuvor als Kindergarten genutzten Holzgebäude ein kleines Museum entstand, das vom Kreismuseum Włodawa betreut wurde. Dazu haben sie eine Wand mit Gedenktafeln gestiftet. Von privaten Initiativen aus den Niederlanden und Deutschland stammt das Projekt "170.000 Leben - eine Allee für die Opfer von Sobibor".

Aufgrund einer staatlichen Initiative der Länder Polen, Israel, der Slowakei und der Niederlande gibt es Pläne für eine neue Gedenkstätte in Sobibor. Dazu soll das ehemalige Lagergelände gesichert, ein Museumsgebäude errichtet und eine Ausstellung erarbeitet werden. Vermutlich wird Sobibor wie Bełzec als Zweigstelle des Staatlichen Museum Majdanek geführt.

Offizielle Seite: www.sobibor-memorial.eu

Bełzec

Die Gedenkstätte Bełzec liegt im Südosten Polens. Verwaltungsmäßig gehört sie zum Staatlichen Museum Majdanek. Sie erinnert an das Vernichtungslager Bełzec, in dem von März bis Dezember 1942 vermutlich 500.000 jüdische Menschen aus Polen und anderen von NS-Deutschland besetzten Ländern mit Motorabgasen ermordet wurden. Der berühmte Gerstein-Report2 schildert das Geschehen.

Das ehemalige Vernichtungslager war viele Jahre vergessen, bis 1963 erste Denkmäler errichtet wurden. Die kaum gesicherte Gedenkstätte verfiel und verwahrloste allerdings im Laufe der Jahrzehnte. 2004 wurde die neu gestaltete Gedenkstätte mit einem neuen Mahnmal und einem Museum der Öffentlichkeit übergeben.

 

Offizielle Seite: www.belzec.eu

Treblinka

Der Ort der Gedenkstätte Treblinka ist das größte Vernichtungslager der Aktion Reinhardt. Hierhin führten Deportationszüge u. a. aus den Ghettos in Warschau und Białystok. Die Deutschen ließen es Mitte 1942 als Treblinka II in der Nähe des Straflagers Treblinka (Treblinka I) errichten. Der erste Deportationszug erreichte das Todeslager am 23. Juli 1942.

Man geht davon aus, dass bis zum Sommer 1943 mehr als 800.000 Menschen in den Gaskammern ermordet wurden. Am 2. August 1943 kam es zu einem Häftlingsaufstand. 200 von rund 840 Häftlingen gelang die Flucht, aber nur etwa 100 erlebten das Kriegsende. Das Lager wurde kurz nach dem Aufstand aufgelöst und dem Erdboden gleichgemacht. Auf dem umgegrabenen Gelände wurde eine ukrainische Bauernfamilie angesiedelt. Auf einem Teil des ehemaligen Vernichtungslagers haben die polnischen Künstler Adam Haupt und Franciszek Duszenko zwischen 1960 und 1964 einen Erinnerungsort gestaltet.

Dieser beruht auf einem Entwurf, den sie zusammen mit Franciszek Strynkiewicz bei einem 1955 vom polnischen Staat ausgeschriebenen Wettbewerb zur architektonisch-räumlichen Gestaltung des Geländes eingereicht hatten. Dabei ist ein großer Teil des Geländes symbolisch als jüdischer Friedhof mit 17.000 Steinen gestaltet worden. Der einzige Stein, der mit einem Personennamen versehen ist, erinnert an Janusz Korczak und die Kinder seines Waisenhauses.

Ein Mahnmal aus Granitblöcken steht an der Stelle, wo die großen Gaskammern gestanden haben. Durch Steine werden die ehemalige "Rampe" und die Begrenzung des Lagers angezeigt. Seit 1983 bilden das Gebiet des ehemaligen Arbeitslagers Treblinka (Treblinka I) mit der dazu gehörigen Kiesgruppe und das Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers zusammen das „Museum für Kampf und Martyrium in Treblinka.“ Es gehört zum Regionalmuseum in Siedlce. 2006 ist das kleine Haus am Rand des Parkplatzes in Treblinka zu einem Museum umgestaltet worden, das 2010 erweitert wird und eine neue Ausstellung erhält.

Offizielle Seite: www.treblinka-muzeum.eu