Wer wir sind

Wir sind der Trägerkreis Schoah-Gedenkstätten, ein Arbeitskreis des Kirchenkreises Bielefeld. Wir unterstützen Schoah-Gedenkstätten in Polen bei ihrer Arbeit durch die Förderung einzelner, überschaubarer Projekte mit Hilfe von Spendengeldern.

Was wir machen

Wir übernehmen Verantwortung. Das bedeutet für uns, dass wir uns den Verbrechen stellen, die im Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet Polens im Namen des Deutschen Reiches begangen worden sind.

Wir unterstützen Schoah-Gedenkstätten in Polen – insbesondere solche, die

  • zu den eher „vergessenen Gedenkstätten“ gehören und nicht regelmäßig ausländische Zuwendungen erhalten
  • Projekte zur Erhaltung der Gedenkstätten umsetzen wollen und Mühe haben, diese zu finanzieren
  • sich um pädagogische Gedenkstättenarbeit bemühen.

Wir brauchen Unterstützung von Menschen, die wie wir der Meinung sind, dass die Finanzierung dieser Gedenkstätten nicht allein Sache des polnischen Staates sein kann, weil an diesen Orten auf Befehl NS-Deutschlands Menschen aus ganz Europa gequält und ermordet wurden, unser Anliegen teilen und bereit sind, dafür zu spenden.

Hintergrund und Motivation

Am Ende des 2. Weltkrieges – vielfach aber erst in den 1960er Jahren bzw. nach 1989 – sind in Polen an den Orten ehemaliger Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager Gedenkstätten für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung entstanden. Sie bieten heute Besuchern und Forschern die Möglichkeit, sich am historischen Ort mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Außerdem sind sie Stätten für internationale Friedensbegegnungen und Versöhnungsarbeit.
Für Ihre wichtige Arbeit stehen vielen Gedenkstätten zu geringe finanzielle Mittel zur Verfügung. Das gilt in besonderem Maße für die bei uns weitgehend vergessenen Gedenkstätten wie Majdanek, Sobibor, Bełzec, Treblinka und andere. Natürlich ist uns bewusst, dass diese Gedenkstätten eigentlich riesige Geldsummen benötigen, um die historische Bausubstanz zu erhalten, um Dokumente in den Archiven zu konservieren, um Spuren zu sichern, Bildungsarbeit zu leisten und die ehemaligen Lager für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass man auch mit kleinen Beträgen helfen kann und dass eine solche Unterstützung im Rahmen des uns Möglichen weiterhin notwendig und willkommen ist.

Entstehung der Initiative

Die Idee zur Gründung der Initiative ist im Zusammenhang mit Praktikumsprojekten von Geschichtsleistungskursen 1  des Gymnasiums der Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen Bethel (früher: Kollegschule Bethel) in Bielefeld entstanden. Im Zuge solcher Projekte haben Schülerinnen und Schüler seit 1996 in der Gedenkstätte Majdanek gearbeitet und auch andere Gedenkstätten besucht. Bei den Besuchen und Gesprächen werden sie immer wieder mit den finanziellen Problemen der Gedenkstätten konfrontiert. In Zusammenarbeit mit dem Bielefelder Pfarrer Udo Halama († 2009) konnte 1999 ein Spendenkonto beim Kirchenkreis Bielefeld eingerichtet werden. Überstützt wird der Trägerkreis Schoah-Gedenkstätten von der Friedensgruppe der Altstädter Nicolaigemeinde in Bielefeld 2 .

  1. Das Gymnasium Bethel ist Teil des Schulverbunds der Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen Bethel in Bielefeld. Träger der Schulen sind die v.-Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. In der vorletzten Klasse der gymnasialen Oberstufe machen die Schülerinnen und Schüler ein fachbezogenes Praktikum in ihren Leitfach. Im Rahmen dieses fachbezogenen Praktikums arbeiten die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte in einer NS-Gedenkstätte. Seit 1996 fanden die meisten dieser Geschichtspraktika in der Gedenkstätte Majdanek statt.

  2. Die Friedensgruppe der Altstädter Nicolaigemeinde in Bielefeld gibt es seit 1981. Sie ist aus den Protesten gegen den Nachrüstungsbeschluss der Bundesregierung hervorgegangen. Seit vielen Jahren erinnert sie an die Deportation jüdischer Menschen in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Sie initiierte und realisierte das Mahnmal am Bielefelder Hauptbahnhof "Jeder Ermordete, jede Ermordete hat einen Namen". Das Mahnmal auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs wurde 1998 eingeweiht.